Pockets for All

Taschen für alle

Taschen für alle – was Frauen wirklich von ihrer Kleidung wollen

Es ist ein uraltes Problem, mit dem Frauen seit Jahrhunderten zu kämpfen haben: Unsere Kleidung hat nicht den gleichen Zugang zu Taschen wie Männerkleidung, und es ist ziemlich schwer zu verstehen, warum. Wir haben seit über 100 Jahren das gleiche Wahlrecht, hier in Großbritannien sind wir bei der Gleichberechtigung aller Geschlechter in riesigen Schritten vorangekommen, und trotzdem hinkt unsere Mode hinterher.

Wir haben uns angeschaut, warum es in Frauenkleidung immer noch an Taschen mangelt, womit Frauen bei ihrer Mode unzufrieden sind und welche Tipps wir haben, um das Problem fehlender Taschen anzugehen.

Warum fehlen in Frauenkleidung Taschen?

Reisen wir zurück ins 17. Jahrhundert, als Taschen zum ersten Mal in der Mode auftauchten – allerdings ausschließlich für Männer. Davor trugen Männer und Frauen gleichermaßen kleine Beutel bei sich, die sie an der Taille befestigten, bis die Kriminalität so stark zunahm, dass es als viel sicherer galt, die Beutel in der Kleidung zu verstecken, mit einem kleinen Schlitz als Zugang. Daraus entwickelten sich Taschen, die an das Innenfutter der Kleidung genäht wurden, und trotzdem sollten Frauen ihre Beutel weiterhin außen an der Kleidung tragen.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Frauenkleidung immer figurbetonter, und die Taschen, die sie in ihren weiten Röcken ergattert hatten, wurden immer kleiner, bis Frauen wieder Handtaschen brauchten, weil sie ihre Sachen nicht mehr am Körper aus dem Haus tragen konnten. Viele Frauen sahen darin ein Mittel, sie von echter Unabhängigkeit abzuhalten oder davon, revolutionäres Material oder Waffen zu verstecken.

Zur Wende ins 20. Jahrhundert veränderte sich die Frauenkleidung wirklich – Hosen, Taschen, Röcke überm Knie und sogar Arbeitskleidung für alle, die in den Weltkriegen Jobs übernahmen! Das war eine Revolution in der Frauenmode, doch sie hielt nicht lange an. Nach der Rückkehr der Männer aus dem Krieg sollten Frauen mit ihrer Kleidung Weiblichkeit ausstrahlen, und die Kleidung wurde sogar noch körperbetonter als in der späten viktorianischen Zeit. Gleichzeitig begann die Handtaschenindustrie zu boomen, und Taschen in Frauenkleidung standen bei Designer*innen ganz weit hinten auf der Prioritätenliste.

Wie sieht es also heute in der Frauenmode aus? Nun, Hosen wurden in den 1970ern zu einem Grundpfeiler der Frauenkleidung, aber die meisten Hosen und Jeans, die heute für Frauen vermarktet werden, haben keine Taschen oder Taschen, in die nicht mal eine schmale Bankkarte passt. Wie fühlen sich Frauen heute wirklich mit der Kleidung, die ihnen die aktuelle Modeindustrie bietet?

Was finden Frauen an ihrer Kleidung problematisch?

Wir haben mit einer Reihe von Menschen gesprochen, die sich als Frauen identifizieren, und sie gefragt, welche Probleme sie bei ihren aktuellen Kleidungsoptionen nachvollziehen können.

Unsere Ergebnisse

  1. Kleidung, die nicht größentreu ist – 60 % der Befragten, die sich als weiblich identifizieren, sagten, dass die Größen der Kleidung eines der größten Ärgernisse in der Frauenmode sind. Besonders nervig ist das, wenn die Größen von Marke zu Marke unterschiedlich ausfallen und es schwer ist, die eigene Kleidergröße zu kennen.
  2. Preise – 42 % der Befragten finden die Kosten für Frauenkleidung problematisch, ganz besonders bei Kleidung, von der wir wissen, dass sie in Ausbeuterbetrieben für weniger als den Mindestlohn hergestellt wird.
  3. Schlechte Qualität – 40 % der Befragten sind mit der Qualität der Kleidung für Frauen unzufrieden. Der Verbraucherdruck nach Fast Fashion führt dazu, dass viele Unternehmen weniger wünschenswerte Materialien verwenden, wodurch die Kleidung von schlechter Qualität und schnell kaputt ist.
  4. Unbequeme Kleidung – 35 % der Befragten fanden Frauenkleidung unbequem – entweder körperlich unbequem, z. B. zu eng, oder so, dass sie sich in ihrer Haut nicht wohlfühlen.
  5. Die Farbe verblasst schnell – 22 % der Befragten finden, dass die Farben ihrer Kleidung zu schnell verblassen.
  6. Fehlende Taschen – 21 % beklagten, dass fehlende Taschen in ihrer Kleidung für sie ein Problem sind.
  7. Taschen, die nicht groß genug sind – Weitere 15 % finden, dass die Taschen, die es in Frauenkleidung gibt, nicht groß genug sind, um sie sinnvoll zu nutzen, und nicht praktisch sind.
  8. Praktikabilität – 15 % unserer Befragten behaupten, dass es der heutigen Kleidung für Frauen an Praktikabilität fehlt.

Das Problem fehlender Taschen in Frauenkleidung angehen

Mehr als die Hälfte unserer Umfrageteilnehmenden (die sich als weiblich identifizieren) sagte, dass sie oft Schwierigkeiten haben, Sachen mitzunehmen, weil es in ihrer Kleidung an Taschen fehlt. Das führt dazu, dass sie auf Handtaschen angewiesen sind, die leicht verloren gehen oder gestohlen werden, und das schränkt Mädchen und Frauen auf eine Weise ein, die Männer vielleicht kaum nachvollziehen können. Viele Medien haben sich für bessere Taschen in Frauenkleidung starkgemacht, und einige Designer*innen beginnen, auf diese Stimmen zu hören.

Der Kauf von nachhaltigerer, gebrauchter und Vintage-Kleidung trägt nicht nur dazu bei, die Klimakrise zu bekämpfen, sondern gibt auch Modedesigner*innen und Bekleidungsexpert*innen die Chance, die Prioritäten der Konsument*innen neu zu bewerten und große Taschen in die Welt der Frauenmode zu bringen. Denn wenn wir wollen, dass unsere jungen Frauen und Mädchen gut für die Welt gerüstet sind, müssen wir ihnen ihre Taschen zurückgeben.

Wie wäre es, wenn du dir mal Hosen ansiehst, die wirklich tolle Taschen haben und außerdem ethisch und nachhaltig hergestellt werden? Stöbere dafür durch alle unsere Bio-Hosen und -Röcke und Latzhosen. Wenn du mehr von unseren Gastbeiträgen lesen oder noch mehr Spaß rund um Mode finden möchtest, schau auf unserem Blog vorbei; und wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie wir uns für ethische und klimafreundliche Kleidung einsetzen, wirf einen Blick auf unsere Fortschritte.
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